Mama, was würdest du später mal bereuen, wenn du es nicht tun würdest?
Ich stelle mir vor, wie mein Sohn mir diese Frage stellt. Okay, er ist 10 Monate alt und gerade ist „baba-dada-aaaah“ so ziemlich alles, was er mich fragt. Aber ich stelle es mir eben vor. Und je länger ich über meine potenzielle Antwort nachdenke, desto weiter muss ich in meine Kindheit zurückblicken.
In meinem Kindheits-Freundebuch steht unter der Kategorie „Was ich werden möchte“: Autorin und 100 Jahre alt. Noch Jahre später fand ich diesen Wunsch seltsam – nicht das alt werden – sondern den Berufswunsch. Denn was war ich schlussendlich geworden? Physiotherapeutin und Media Managerin mit Schwerpunkt auf die Produktion audiovisueller Medien – check!

Als Kind war ich Frühaufsteher. Ich wachte oftmals gegen 6 Uhr morgens auf, aber statt aufzustehen und zu spielen oder zu meinen Eltern ins Bett zu krabbeln, schnappte ich mir ein Buch und konnte stundenlang darin lesen. Meistens so lange, bis meine Mutter in mein Zimmer schaute, um mich zu wecken. Ich wollte Autorin werden, weil ich diese Faszination für geschriebene Wörter und für Geschichten auch in anderen entfachen wollte.
Stundenlanges versunken sein in einer anderen Welt. Stundenlanges Träumen und Spannung aushalten. Stundenlanges bequemes hin und her wälzen unter der kuscheligen Bettdecke und vielleicht auch ab und an ein Stück des Alltags ausblenden.
Als ich älter wurde, verlor ich diesen Wunsch aus den Augen und dem Herzen.
Doch aus irgendeinem Grund holte mich mein Freundebucheintrag immer wieder ein…
Ich schrieb lange Jahre nur für mich. Meine Gedanken und Träume wie in einer Art Tagebuch, Gebete und Erhörungen, Prozesse und Entscheidungen hielt ich immer schriftlich fest. Mal handschriftlich, mal getippt. Wenn Gott zu mir sprach, musste ich meist unter Tränen Dinge niederschreiben.*
*Achso, du wirst hier immer wieder etwas über Gott lesen. Ich glaube daran, dass es einen Gott gibt, der auf diese Welt kam, um dir und mir zu begegnen und durch seinen Sohn Jesus seine Liebe zu uns gezeigt hat. Ich glaube auch, dass Gott nicht irgendwo ganz fern ist und eigentlich viel zu groß, um mit ihm zu reden, sondern, dass er ganz nah sein möchte und auch heute noch zu uns Menschen spricht. Vielleicht durch Gedanken, die plötzlich kommen, vielleicht durch Musik, vielleicht durch die Natur, usw. … Falls das alles neu oder einfach fremd für dich ist, ist das gar kein Problem – ich lade dich dazu ein, kennenzulernen, wie ich Gott erlebe.
2019 startete ich in meinen ersten Job nach dem Studium als Community Managerin und arbeitete in einer Agentur für einige größere Unternehmen. Ich merkte, dass das aber nicht meine Art zu kommunizieren war: zu vorgegeben, zu wenig herzlich und emotional, zu faktisch. Ein Jahr später wechselte ich den Job und begann für ein Hilfswerk zu arbeiten. In dieser Zeit wurde ich so stark mit dem Schreiben konfrontiert, dass ich merkte „hier passiert irgendwas mit mir“. Doch in den folgenden Jahre wehrte ich mich eher gegen das grundsätzliche Schreiben für andere, für Posts, Artikel etc. Mein Herz schlug irgendwie mehr für technische und kreative Hintergründe – weniger für das Schreiben. Und das blieb im Arbeitskontext auch bis heute so.
ABER GOTT forderte mich 2023 dennoch heraus… und ich verspürte zum ersten Mal den Anflug eines Gedanken in mir:
Was ist, wenn das was ich aufschreibe, auch andere bewegen könnte? Wenn meine Gedanken und Träume, meine Prozesse und Gebete für andere einen Mehrwert haben könnten?
Ganz ehrlich? Dieser Gedanke war irgendwie neu für mich. Ich kann gar nicht sagen warum. Hatte ich doch sowohl im Social Media Kontext schon so viel für Unternehmen geschrieben, Artikel für Print- und Onlineformate, Teaser geschrieben, Bibellesepläne redigiert und immer wieder redaktionell gearbeitet. Aber ich kam nie auf die Idee, dass die Gedanken und Themen, die MIR GANZ PERSÖNLICH auf dem Herzen liegen, auch andere berühren könnten.
Und dann kam sie: meine Elternzeit! Hä, fragst du dich vielleicht? Was hat das alles jetzt damit zu tun?
Ganz einfach: In dieser Zeit begann ich wieder vermehrt zu schreiben. Ich schrieb über
- Gedanken zum Muttersein/Elternschaft – ein Thema, das ich gerade kennenlernte
- Gedanken zu Lobpreismusik/Musik generell – ein Thema, das mich seit eh und je begleitet
- Gedanken zum Thema Achtsamkeit und Ruhe – ein Thema, was mich vor allem in den Jahren vor meiner Elternzeit enorm beschäftigt hatte. Und irgendwie dachte ich: mh, sind das nicht Themen, die eventuell den ein oder anderen auch interessieren könnten?
Es vergingen wieder Monate bis eines Morgens der Hammerschlag kam den ich brauchte, um endlich ernst zu nehmen, worauf Gott mich seit Jahren stieß. Ich checkte nichtsahnend meine Stories auf Instagram und eine Bekannte hatte folgenden Post geteilt:

Erneut wurde ich an meinen Kindheitsberufswunsch erinnert. Wenn du also bis hier hin gelesen hast, kann ich dir nun sagen: Ich starte hiermit im Kleinen, meinen Kindheitsberufswunsch umzusetzen.
Einfach so. Einfach mal los. Einfach mal machen.
Danke, dass du dabei bist.
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